Olivenöl ist wie Kunst. Es wirkt simpel. Ist es auch. Und gleichzeitig überhaupt nicht. Die meisten greifen einfach ins Regal, nehmen „irgendein Extra Virgin“ und denken: passt schon.
Spoiler-Alarm: Tut es meistens nicht.
Hier sind 6 Dinge, die wirklich zählen:
1. Was macht gutes Olivenöl eigentlich aus?
Viele denken, es geht vor allem um das Herkunftsland. In Wirklichkeit ist das nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Entscheidend ist, wie das Öl gemacht wird. Wann die Oliven geerntet werden, wie schnell sie verarbeitet werden und wie schonend die Extraktion erfolgt. Gutes Olivenöl entsteht dann, wenn die Oliven früh geerntet, innerhalb weniger Stunden gepresst und bei niedrigen Temperaturen verarbeitet werden. Nur so bleiben die Aromen, die Nährstoffe und die natürlichen Antioxidantien erhalten. Alles andere ist am Ende einfach nur Fett.
2. Woher kommt das beste Olivenöl?
Angaben wie „aus der EU“ oder „Mischung aus Griechenland & Türkei“ klingen erstmal nach Transparenz, sagen aber in Wirklichkeit sehr wenig aus. Es handelt sich dabei um sehr grobe Pflicht Herkunftsangaben, die oft auf Mischungen aus verschiedenen Regionen und Ernten hinweisen. Wirklich gutes Olivenöl hat eine klare detaillierte Herkunft. Es kommt aus einer bestimmten Region, sogar von einer bestimmten Sorte. Nur so lässt sich nachvollziehen, was genau in der Flasche steckt. Herkunft ist wichtig, aber nur dann, wenn sie konkret ist.
PS: Man munkelt das beste Öl kommt aus Jaén, Spanien. Just Saying. Palästina hat auch mega geiles Olivenöl. Italien ist auch nicht schlecht. Am Ende natürlich Geschmackssache.
3. Wird Olivenöl besser mit der Zeit?
Nein. Olivenöl ist kein Wein. Es ist im Grunde frisch gepresster Fruchtsaft. Und genau so verhält es sich auch. Mit der Zeit verliert es an Aroma, die Antioxidantien bauen sich ab und das Öl wird flach. Deshalb ist es entscheidend, auf das Erntedatum zu achten und nicht nur auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Je frischer das Öl, desto besser ist es. Am besten immer Olivenöl kaufen von der letzten Ernte.
4. Warum sind viele Olivenöle gemischt?
Viele Olivenöle im Supermarkt sind Mischungen aus verschiedenen Ländern, Ernten und Qualitäten. Das hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Es macht die Produktion einfacher und deutlich günstiger. Das Problem dabei ist, dass die Herkunft unklar wird und die Qualität schwer bis garnicht nachzuvollziehen ist. Gutes Olivenöl ist in der Regel sortenrein und stammt aus einer klar definierten Quelle. Man weiß, wo es herkommt und was man bekommt.
Es ist nichts falsch daran, Reste zu mischen und zu verarbeiten. Aber dann sollte das auch transparent kommuniziert werden - und nicht mithilfe von Marketing als Premiumprodukt verkauft werden. Das machen die Supermarkt Öle aber nicht.
5. Darf man Olivenöl erhitzen?
Ja, man darf. Der Mythos, dass man Olivenöl nicht erhitzen sollte, hält sich hartnäckig, ist aber so nicht korrekt. Extra natives Olivenöl hat in der Regel einen Rauchpunkt von etwa 180–210 °C, je nach Qualität und Frische. Das reicht problemlos für den Alltag - also Braten, Anbraten und Ofengerichte. Erst bei sehr hohen Temperaturen (über 250 °C), stößt es an seine Grenzen.
Wichtig ist auch: Hochwertiges, frisches Olivenöl ist oft hitzestabiler, als viele denken. Durch seinen natürlichen Gehalt an Antioxidantien – insbesondere Polyphenolen – ist es beim Erhitzen vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber Oxidation.
Deshalb kann gutes extra natives Olivenöl beim Braten oft stabiler sein als viele raffinierte Pflanzenöle, auch wenn diese teilweise höhere Rauchpunkte haben.
6. Woran erkennt man gutes Olivenöl?
Vor allem am Geschmack. Gutes Olivenöl ist nicht neutral. Es kann leicht bitter sein, im Abgang scharf und gleichzeitig fruchtig oder grasig. Dieses Kratzen im Hals ist kein Fehler, sondern ein Zeichen für enthaltene Polyphenole, die sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich eine Rolle spielen. Wenn ein Öl komplett flach schmeckt und keine Struktur hat, ist das meist kein gutes Zeichen.
Fazit
Gutes Olivenöl ist nicht kompliziert, wenn man weiß, worauf man achten muss. Frische, Verarbeitung und eine klare Herkunft sind die entscheidenden Faktoren. Alles andere ist oft nur Marketing.